Polydesmus denticulatus C. L. Koch, 1847

Allgemeines

Länge 10 – 17 mm
Beschreibung Gelblichbraune bis braune glanzlose Art. Die Bauchseite ist gelbbraun und blasser gefärbt. Die Beine sind braun. Die Seitenflügel (Paranota) sind relativ klein. Das Kopfschild (Collum) ist fast quer nierenförmig.
Das 2. Rückenschild (Tergit) ist an den Vorderecken nach vorn vorgezogen, aber sonst sind keine auffälligen Rundungen der Vorderecken an den übrigen Seitenflügeln vorhanden. Die Hinterecken sind ab dem 4. Rückenschild nach hinten ausgezogen, ab dem 8. deutlich stärker. Die erste Höckerreihe auf den Tergiten ist undeutlich, die 2. und 3. deutlich mit flachen Höckern. Die Borsten von Polydesmus denticulatus sind keulenartig verdickt.
Verbreitung & Häufigkeit In Europa weit verbreitet und häufig.
Lebensräume & Lebensweise Euryöke (= tolerant gegenüber Umweltschwankungen), xerophile (= trockenliebende) Art mit Schwerpunkt in Feldbiotopen, welche aber auch in Wäldern, als auch in Auen und Überschwemmungsbereichen von Gewässern vorkommt. Synanthrop (= in oder an Bauwerken) auch in Gärten, Parkanlagen, Kirchhöfen, Gärtnereien, in Gebüschen, in Bergwerkschächten und auch auf Ackerflächen. Diese Art kommt sowohl mit niedrigen Durchschnittstemperaturen als auch mit trockenen heißen Sommern gut zurecht. Ist neben Polydesmus angustus die ökologisch potenteste einheimische Polydesmus-Art. Das Aktivitätsmaximum ist in der Zeit von Juni bis September. Paarungen finden zwischen April und Juli statt.

Nach 2 Jahren erreichet Polydesmus denticulatus die Geschlechtsreife und lebt dann noch ein Jahr. Die Weibchen legen über das Jahr verteilt ca. 180 Eier und können 2 Generationen im Jahr hervorbringen. Diese treten in Form von „Familiengruppen“ auf. Jungtiere findet man von Mai bis November. 50% der Nahrung besteht aus Pilzen, aber auch morsches Holz und Bodenstreu werden gefressen.

Rote Liste Deutschland Ungefährdet (*)
Rote Liste Quelle Reip, H.S., Spelda, J., Voigtländer, K., Decker, P. & N. Lindner (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Doppelfüßer (Myriapoda: Diplopoda) Deutschlands. – In: BfN (ed): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(4): 301–324.
Literatur HAACKER, U. (1968): Die Diplopoden des Rhein-Main-Gebietes. Senckenbergiana biologica 49 (1): 31-38

SCHALLNASS, H.-J.; RÖMBKE, J.; BECK, L. (1992): Zur Biologie eines Buchenwaldbodens. 15. Die Doppelfüßer (Diplopoda). Carolinea 50: 145-170 – (ISSN: 0176-3997).

SCHUBART, O. (1934): Tausendfüßler oder Myriapoda. I: Diplopoda. -In: Dahl, F.: Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile 28: 1-318.

SPELDA, J. (1999): Verbreitungsmuster und Taxonomie der Chilopoda und Diplopoda Südwestdeutschlands. Diskriminanzanalytische Verfahren zur Trennung von Arten und Unterarten am Beispiel der Gattung Rhymogona Cook, 1896 (Diplopoda: Chordeumatida: Craspedosomatidae). – Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften der Universität Ulm

VOIGTLÄNDER, Karin (1992): Myriapoda. In: E. Stresemann: Exkursionsfauna. Wirbellose I. Volk und Wissen Verlag.

Systematik

Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Doppelfüßer (Diplopoda)
Ordnung Bandfüßer (Polydesmida)
Familie Polydesmidae
Genus Polydesmus

Verbreitungskarte

Diese Verbreitungskarte wird live aus den Daten von Edaphobase generiert.


Phänologie

Auftreten der verschiedenen Geschlechter und Entwicklungsstadien im Jahresverlauf. Das Phänologie-Diagramm wird live aus den Daten von Edaphobase generiert.

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