Melogona gallica (Latzel, 1884)

Allgemeines

Länge 8-9 mm
Beschreibung Kleine schlanke gelblich bis gelbbräunliche Art mit meist hell marmorierten Flanken. Die Ocellen sind tiefschwarz und in einem, in 7 Reihen angeordneten, dreieckigen Haufen aus 8 bis 17 Ocellen bei den Männchen oder 14 bis 18 Ocellen bei den Weibchen bestehend angeordnet. Die Fühler sind lang und dünn. Die Stirn und der Scheitel ist mit kurzen Borsten versehen. Das Collum (Kopfschild) ist klein und halbmondförmig. Die Rumpfsegmente sind glatt und zeigen nur ganz feine Nadelrisse. Auf den Metazoniten (hinterer Abschnitt der Rumpfsegmente) sitzen je 3 paar Borsten (Makrochaeten) auf kleinen Knötchen, welche beide an Größe zum Körperende zunehmen. Die 2 inneren Borstenpaare in einer Reihe und in der ersten Hälfte des Metazonites gelegen, das äußere Borstenpaar weiter nach hinten versetzt. Zum Körperende hin nähern sich die 2 versetzten Borstenreihen aneinander an. Die Jugendstadien zeigen allgemein ausgeprägtere Borsten. Die Coxalsäcke der hinteren Nebengonopoden (das verkürzte, verdickte Beinpaar am 8. Körperring, das vor dem ersten „echten“ Beinpaar liegt) mit schwärzlichem Sperma, im Vergleich zu den mit gelblichen Sperma gefüllten Coxalsäcken der sehr ähnlichen Art Melogona voigti (VERHOEFF, 1899). Einer der 3 distalen (vom Körper weg) Lappen des Hinteren Gonopoden zeigt deutlich in Richtung Körperende.
Am Telson (letztes Körpersegment) befinden sich ein paar Spinngriffel.
30 Segmente.

Körperlänge:
7,8-10 mm lang; 0,75-0,96 mm breit

Verbreitung & Häufigkeit Nur im Westen und Südwesten Deutschlands. Mäßig häufig. Außerdem in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Irland, Norwegen, Tschechien und der Schweiz.
Lebensräume & Lebensweise Melogona gallica kommt vor allem in Wäldern vor, oft in der Nähe von Gewässern. Die Art scheint saure Böden zu bevorzugen. Die geschlechtsreifen Tiere dieser einjährigen Art treten von November bis Juli auf. Die Fortpflanzungszeit liegt im Frühjahr und im Frühsommer. Danach sterben die geschlechtsreifen Tiere ab. Diese Art ist auch noch bei Frost aktiv!
Rote Liste Deutschland Ungefährdet (*)
Rote Liste Quelle Reip, H.S., Spelda, J., Voigtländer, K., Decker, P. & N. Lindner (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Doppelfüßer (Myriapoda: Diplopoda) Deutschlands. – In: BfN (ed): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(4): 301–324.
Literatur BLOWER, J. G. (1985): Millipedes. Keys and notes for the identification of the species. – Synopses of the British Fauna 35: 1-242.

HAACKER, U. (1968): Die Diplopoden des Rhein-Main-Gebietes. Senckenbergiana biologica 49 (1): 31-38

SCHUBART, O. (1934): Tausendfüßler oder Myriapoda. I: Diplopoda. -In: Dahl, F.: Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile 28: 1-318.

SPELDA, J. (1999): Verbreitungsmuster und Taxonomie der Chilopoda und Diplopoda Südwestdeutschlands. Diskriminanzanalytische Verfahren zur Trennung von Arten und Unterarten am Beispiel der Gattung Rhymogona Cook, 1896 (Diplopoda: Chordeumatida: Craspedosomatidae). – Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften der Universität Ulm

Thiele, H.-U. (1968): Die Diplopoden des Rheinlandes. – Decheniana 120: 343-366 – (ISSN: 0366-872X).

Systematik

Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Doppelfüßer (Diplopoda)
Ordnung Samenfüßer (Chordeumatida)
Familie Chordeumatidae
Genus Melogona

Verbreitungskarte

Diese Verbreitungskarte wird live aus den Daten von Edaphobase generiert.


Phänologie

Auftreten der verschiedenen Geschlechter und Entwicklungsstadien im Jahresverlauf. Das Phänologie-Diagramm wird live aus den Daten von Edaphobase generiert.

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